Verleihung des Constructive World Award in Berlin 11. Juni 2026
by Elisabeth Pape
In der Berliner Fotografiska kamen mehr als 200 Gäste aus Medien, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen, um Journalismus zu feiern, der nicht nur Probleme benennt, sondern Wege zeigt, wie wir sie lösen können. Durch den Abend führte Moderatorin Jenny Augusta.
„Wir sind nicht zum Zuschauen verurteilt"
Was diesen Award seit seiner Gründung 2023 besonders macht: Er denkt Journalismus konsequent als Tandem. Ausgezeichnet werden nicht nur die Medienschaffenden für ihre Beiträge, sondern auch die Protagonist:innen dahinter – Menschen, Projekte und Initiativen, die zeigen, dass positive Veränderung möglich ist und konkrete Vorbilder dafür existieren.
Diesen Gedanken griff auch Dr. Lydia Rullkötter, CFO Hubert Burda Media, auf: „Medien prägen den Blick auf die Welt. Deshalb ist es unsere Verantwortung, die Menschen und Ideen sichtbar zu machen, die Lösungen für Herausforderungen entwickeln. Genau dafür steht der Constructive World Award", sagte sie.
Darauf aufbauend betonte Daniel Steil, CEO BurdaForward, die aktive Haltung hinter dem Preis: „Wir sind nicht zum Zuschauen verurteilt worden, wir können aktiv gestalten. Deshalb ist der CWA uns so wichtig. Wir wollen Vorbilder ehren, weil ihr Engagement sich replizieren lässt."
Auch Florian Festl, Chefredakteur von FOCUS Online, hob die publizistische Dimension hervor und ergänzte: „FOCUS Online macht den Constructive World Award prominent sichtbar und zeigt nominierte und prämierte Beiträge auf der Startseite. Das ist hervorragender Journalismus, der aus gut recherchiertem Grund Lust auf die Zukunft macht."
Deniz Aytekin im MUT-Podcast
Ein besonderes Highlight des Abends: Im Rahmen der Verleihung wurde eine Folge des FOCUS online MUT-Podcasts mit Tijen Onaran aufgezeichnet. Zu Gast war Deniz Aytekin, einer der bekanntesten Bundesliga-Schiedsrichter Deutschlands, der 2026 erneut zum Schiedsrichter des Jahres gekürt wurde – eine Auszeichnung, die ihm bereits 2019, 2022 und 2024 verliehen worden war. Aytekin sprach über Entscheidungen unter Druck, Haltung auf dem Platz und was mehr als 200 Bundesliga-Spiele einen lehren.
Die Gewinner:innen 2026
Eine Fachjury hatte im Vorfeld rund 200 internationale Einreichungen gesichtet und bewertet. Der Preis wird in fünf Kategorien vergeben, die sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen orientieren – und ist in jeder Kategorie mit 5.000 Euro dotiert.
Better Planet– Gustav Hofer (SRF1) porträtierte mit „Die Stadt vor Fluten schützen" Landschaftsarchitektin Mette Skjold und den bereits verstorbenen Kongjian Yu – zwei Menschen, die zeigen, wie Städte sich gegen die Folgen des Klimawandels wappnen können.
Universal Empowerment – Kristin Kasten schrieb für die Freundin über „Zurück ins Leben – Depression im Jugendalter" – einfühlsam, nah und lösungsorientiert. An ihrer Seite: Betroffene Amy Striehn und Lehrer Gunnar West.
Fundamental Survival – Carolin Lehmuth und ihr Team vom Hessischen Rundfunk zeigten mit „Perspektiven durch Prothesen", wie der Verein pro Uganda Leben verändert – Cutterin Nadine Becker, Kameramann Jens Benner und Vereinsvertreter Karsten Schulz wurden gemeinsam ausgezeichnet.
Innovative Infrastructure – Jasmin Cilesiz Linhart, Redakteurin Annette Hoth (ZDF/plan b) und Solaringenieur Timo Leukefeld überzeugten mit „Energiewende zu Hause – günstiger Strom für Mieter": greifbar, praxisnah und mit echter Wirkung.
Economic Life– Katrin Groth (Brand Eins) erzählte mit „Herzlich Willkommen!" die Geschichte eines Softwareunternehmens in Saalfeld, das gelebte Integration im Arbeitsalltag möglich macht – gemeinsam ausgezeichnet mit Jörg Flügge, Harish Reddy Sunkara, Ye Yun Khor und Sebastian Heuchel.
Constructive Impact Award: Die Deutsche Fernsehlotterie
Neben den fünf Kategorien wurde in diesem Jahr erstmals der Sonderpreis „Constructive Impact" vergeben – an die Deutsche Fernsehlotterie. Seit 70 Jahren unterstützt sie soziale Projekte, hat nach eigenen Angaben rund 2,2 Milliarden Euro für soziale Zwecke bereitgestellt und mehr als 11.000 Projekte in ganz Deutschland gefördert. Die Laudatio hielt Ulrike Deike, Verwaltungsdirektorin beim NDR: „Die Deutsche Fernsehlotterie ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, was solidarisches Miteinander bewirken kann. In den vergangenen 70 Jahren wurden, nach eigenen Angaben, rund 2,2 Milliarden Euro für soziale Zwecke bereitgestellt und mehr als 11.000 Projekte in ganz Deutschland unterstützt. Diese Erfolgsgeschichte, die einst auf eine Initiative des NDR zurückgeht, verdient höchste Anerkennung."
Alle Informationen zu den Gewinner:innen, der Jury und dem Award selbst finden Sie auf https://www.constructive-world-award.com.



